WJ Interview


Viele Unternehmer stehen in diesen Zeiten vor unwägbaren Herausforderungen, die nur durch Kreativität und Durchhaltevermögen zu stemmen sind. In unserer neuen Serie stellen wir Firmen und Persönlichkeiten der WJ vor, die sich von der Corona-Krise nicht unterkriegen lassen. Alle 2 Wochen möchten wir Euch mit einem Profil inspirieren, den Blick nach vorne zu werfen und Euer Unternehmen für die anhaltende Krise zu rüsten. 

Bisherige Profile:

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Willi "The Magic Man" Auerbach

Willi Auerbach lebt in Waldkirch und arbeitet auf der ganzen Welt. Er ist gelernter Industriemechaniker, studierter Dipl. Medien Ingenieur und - seit er irgendwann in Florida in einen Zauberladen lief - hauptberuflich Magier, Illusionist und Showman. Nebenher führt er eine Agentur für Künstlervermittlung und produziert für Künstler-Kollegen.

Im folgenden Interview lest ihr, warum ein Magier eine Werkstatt braucht, und was ein Zauberer während eines Lockdowns so treibt.



Willi, du bist als Zauberer eine Art lokaler Celebrity. Woher kennt man dich als Freiburger und Nicht-Freiburger?

→ (Lacht) Na ja, das mit dem ‚Celebrity‘ halte ich für stark übertrieben. Man kennt mich vermutlich am ehesten über den ein oder anderen Auftritt oder Medienberichterstattung.

Und in der Zauberwelt, Du warst z.B. bei den deutschen Meisterschaften?

→ Ja wir haben uns über die deutschen Meisterschaften sogar für die Weltmeisterschaften in Süd-Korea qualifiziert.

Wie viele Shows machst du normalerweise pro Jahr?

→ Rein an Zaubershows sind es normalerweise so ca. 60-70 Shows pro Jahr, hängt aber sehr stark von der Jahreszeit ab. Vor allem im Dezember und Januar können schon einmal 20-30 Shows zusammenkommen.

Und was macht ein Zauberer nun also während Corona?

→ Dieses Jahr steht der Dezember bei uns derzeit auf Null. Es gibt hier und da einige verwaiste Anfragen, die je nach Lockdown-Lage vielleicht wahrgenommen werden können. Die Shows, die wir 2020 durchführen durften, unterschieden sich enorm von unserem gewohnten Programmablauf: Statt abendfüllender Events und Equipment, welches mit einen 7 1⁄2 Tonner transportiert wird, waren es kleine Solo-Programme.

Stichwort: Equipment. Wir sind hier in deiner Werkstatt. Wofür braucht ein Zauberer eine Werkstatt?

→ Ich baue meine Illusionen selbst. Ich habe drei Standbeine, wobei die Shows ca. 80% des Umsatzes ausmachen. Die letzten 20% verteilen sich auf die Beratung und den Illusionsbau, was ich hier vor allem auch für andere Zauberkünstler mache. Zudem habe ich noch eine Künstleragentur, in der ich Kollegen und neue Künstler vermittle.

Hast du die Zeit des Lockdowns für neue Projekte und Illusionen nutzen können?

→ Tatsächlich arbeite ich schon seit ca. einem dreiviertel Jahr an einem neuen Projekt, das aber noch geheim ist (lacht), in dem sicherlich etliche hundert Arbeitsstunden drinstecken – Zeit ist das, was ich aktuell investieren kann.

Es gab 2020 viel Kritik an der Bundesregierung, wie ist deine Einschätzung hierzu?

→ In Baden-Württemberg sind wir gut über die Runden gekommen. Wir haben eine Soforthilfe für 6 Monate erhalten, die auch für Nicht-Betriebsausgaben zur Verfügung stand. Künstler in anderen Bundesländern haben lediglich Betriebsausgaben erstattet bekommen. Gerade Künstler, die keine großen laufenden Kosten haben, hat es in anderen Bundesländern hart getroffen. Oft hat es dazu geführt, dass sie sofort in Harz IV getrieben wurden. Für Künstler ein Schlag ins Gesicht! In Baden- Württemberg wurde das gut gelöst. Grundsätzlich ist jeder Selbständige selbst in der Pflicht, sich einen finanziellen Puffer zu erarbeiten. Es kann auch immer andere Gründe geben für einen Verdienstausfall.

Zukunft: Denkst du die Zauberbranche wird durch Online-Auftritte mehr Relevanz in den neuen Medien bekommen?

→ Meine Meinung ist, dass Online nie eine Live-Varieté-Show ersetzen können wird. Die dynamische Stimmung, die Interaktion und das Entertainment ist einfach nicht das Gleiche. Ob und wie sich mit Online-Formaten in der Kunstbranche Geld verdienen lässt, ist noch eine ganz andere Frage.

Um mit etwas Positivem zu schließen: Gab es 2020 trotzdem ein Highlight für dich?

→ Wir haben in Moosburg in Bayern im Sommer eine Großillusionsshow mit 160 Zuschauern stattfinden lassen können. Für uns war das ein Highlight, weil wir unheimlich froh waren, endlich wieder einmal vor größerem Publikum auftreten zu treten. Und die Stimmung war Mega, das war ein sehr schöner Moment.

Vielen Dank für das Gespräch, Willi!

Das Interview führten Wolfgang Packi, Lisa Gross, Stefan Duncker.



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